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Test: Waka Kayaks Steeze – mit Pod

Nachdem ich in meinem ersten Testbericht vorwiegend auf die Riverrunning-Eigenschaften des Waka Kayaks Steeze eingegangen bin, wurde ich mehrere Male gefragt, wie sich das Boot mit montiertem Pod fahren würde. Da ich es bis dahin noch nicht auf schwererem Wildwasser getestet hatte, konnte ich dazu noch keine ausführliche Antwort geben. Vor ein paar Tagen war es dann allerdings soweit: der Steeze wurde – bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 10°C – zwei Tage lang mit montiertem Pod auf WW III-V getestet.

Vom Riverrunner zum Creeker

Durch die Montage des Pods, welcher mithilfe von vier Inbusschrauben auf das Heck geschraubt wird, verwandelt sich der Steeze innerhalb von circa einer Minute vom Riverrunner zum Creeker. Klingt etwas futuristisch oder zu schön um wahr zu sein? Genau diesen Gedanken hatte ich anfangs auch! Vor allem was die Wildwasser-Eigenschaften anbelangt, bin ich davon ausgegangen, dass der Steeze mit montiertem Pod nicht mit anderen – „reinen“ – Creekern mithalten kann. Nun ja… Ich wurde eines Besseren belehrt. Der Steeze hat mich beim Bootstest dermaßen überzeugt, dass ich ihn in dieser Saison wohl zu 95% fahren werde. Nur auf ganz verblockten und steilen Bächen werde ich nach wie vor zum Waka OG greifen. Dieser hat mehr Rocker und verzögert bei Landungen stärker, wodurch mehr Zeit zum Reagieren bleibt.

Fahreigenschaften

Der Steeze fühlt sich mit montiertem Pod ein wenig wie eine Mischung aus Waka Gangsta und Waka OG an und ist von den Fahreigenschaften her in vielerlei Hinsicht mit dem Jackson Nirvana vergleichbar. Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich immer noch geflasht, wie sehr sich das Fahrverhalten des Steeze durch die Montage des Pods verändert. Mit montiertem Pod ist bei Landungen nach Stufen und beim Kehrwasserfahren viel weniger Oberkörperarbeit und Gewichtsverlagerung nötig, um das Heck trocken zu halten. Durch die höhere „Seitenwange“ am Heck liegt das Boot vor Absprüngen/Boofs ruhiger und stabiler auf der Kante und sinkt beim Durchziehen weniger ein. Dies führt bei Boofschlägen (und diversen anderen Einzelschlägen die auf der Kante gefahren werden) – im Vergleich zur Verwendung ohne Pod – zu wesentlich mehr Druck am Paddelblatt.

Die größte Stärke des Steeze ist allerdings seine hohe Endgeschwingkeit gepaart mit der Leichtigkeit, mit der dieses Boot umgekantet werden kann. Ich hatte bisher mit noch keinem Wildwasserkajak so viel Spaß beim Kehrwasserfahren und speziell beim Fahren von S-Turns hinter Steinen und Felsen mit klaren Verschneidungslinien.

Fazit

Der Steeze ist ein geniales Boot für Personen mit einem Gewicht zwischen 70kg und 110kg. Wenn du weniger auf die Waage bringst, solltest du dir nicht zu viel von den Riverrunning-Fähigkeiten des Steeze erwarten. Falls du also unter 70kg wiegst und vorwiegend ein Boot fürs Riverrunning suchst, würde ich dir eher zu einem anderen Boot, wie dem Pyranha Ripper oder EXO Rexy und – ganz Oldschool 😉 – zu einen passenden Creeker als Zweitboot raten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… eine gute Lösung wenn’s langweilig wird. Der Pod fährt brav am Cowtail hinterher. Außer bei Querungen – dort fungiert er als idealer Treibanker :-)!